Wasservorrat anlegen gehört zu den dringlichsten Aufgaben in der Krisenvorsorge. Wasser ist lebensnotwendig – ohne Nahrung überlebt ein Mensch Wochen, ohne Wasser nur wenige Tage. Bei einem Blackout, einem Rohrbruch oder einer Verseuchung des Leitungsnetzes kann die Trinkwasserversorgung schnell ausfallen. Wer dann keinen Vorrat hat, ist sofort auf externe Hilfe angewiesen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt für jeden Erwachsenen mindestens 2 Liter Trinkwasser pro Tag – für 14 Tage also 28 Liter pro Person. Dazu kommt Wasser für Körperhygiene und Kochen. Dieser Beitrag zeigt, wie du deinen Wasservorrat richtig dimensionierst, welche Behälter geeignet sind und wie du die Qualität über längere Zeit sicherstellst.
Wie viel Wasser brauche ich?
Der Mindestbedarf für Trinken und einfache Körperhygiene liegt laut BBK bei 2 Litern pro Person und Tag. Realistischer ist ein Bedarf von 3 bis 4 Litern, wenn du auch Kochen, Zähneputzen und einfaches Waschen einrechnest. Für einen 14-Tage-Vorrat ergeben sich daraus:
- 1 Person: 28 bis 56 Liter
- 2 Personen: 56 bis 112 Liter
- 4 Personen: 112 bis 224 Liter
Haustiere, Säuglinge und kranke Personen erhöhen den Bedarf. Wer körperlich aktiv ist oder bei hohen Temperaturen lebt, braucht ebenfalls mehr. Plane lieber etwas über dem Minimum.
Welche Behälter sind geeignet?
Nicht jeder Behälter eignet sich zur Wasserbevorratung. Wichtig sind lebensmittelechtes Material, lichtundurchlässige Wandung und ein sicherer Verschluss.
- Handelsübliche PET-Flaschen mit Originalverschluss: einfachste und günstigste Option, Haltbarkeit nach Aufdruck
- Spezielle Wasserkanister aus HDPE (z.B. 10- oder 20-Liter-Kanister): robust, stapelbar, lebensmittelecht
- WaterBOB oder ähnliche Badewannenbehälter: für schnelle Bevorratung bei drohender Krise, bis zu 450 Liter
- Große IBC-Tanks: für Haushalte mit viel Platz und langfristiger Planung
Nicht geeignet: Milchkanister, Saftflaschen oder Behälter, die zuvor andere Flüssigkeiten enthielten. Geruchs- und Geschmacksrückstände lassen sich nicht vollständig entfernen und begünstigen Keimwachstum.
Wo und wie lagere ich Wasser richtig?
Wasser sollte kühl, dunkel und fern von chemischen Stoffen gelagert werden. Direkte Sonneneinstrahlung fördert Algenwachstum und beschleunigt den Abbau von Kunststoffbehältern. Ideal sind Keller, Vorratsraum oder ein kühler Abstellraum. Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad Celsius sind optimal. Behälter nicht direkt auf Beton stellen – ein Holzbrett oder Palette als Unterlage schützt vor Temperaturschwankungen und Verunreinigungen durch den Untergrund.
Wie lange ist Wasser haltbar?
Originalverschlossenes Mineralwasser ist bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum haltbar – oft ein bis zwei Jahre. Selbst abgefülltes Leitungswasser sollte alle 6 bis 12 Monate ausgetauscht werden, da es keine konservierenden Mineralstoffe enthält und schneller Keime entwickeln kann. Das First-in-first-out-Prinzip hilft: ältere Bestände zuerst verbrauchen und regelmäßig auffüllen.
Leitungswasser selbst abfüllen
Deutsches Leitungswasser ist von hoher Qualität und kann direkt in gereinigte Behälter abgefüllt werden. Behälter vorher gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen, gut ausspülen und vollständig trocknen lassen. Wasser bis zum Rand füllen, um Lufteinschlüsse zu minimieren, und luftdicht verschließen. Datum der Abfüllung auf dem Behälter vermerken. Wenn dein Vorrat einmal aufgebraucht ist oder du unterwegs Wasser aufbereiten musst, hilft dir unser Beitrag zur Wasseraufbereitung im Krisenfall weiter – dort findest du alle Methoden von Abkochen bis UV-Bestrahlung.
Praktische Checkliste Wasservorrat
- Mindestens 2 Liter pro Person und Tag für 14 Tage einplanen
- Geeignete lebensmittelechte Behälter beschaffen
- Kühlen, dunklen Lagerort wählen
- Abfülldatum markieren und alle 6 bis 12 Monate erneuern
- Einen Wasserfilter für den Krisenfall und Aufbereitungsmittel als Ergänzung bereithalten
- Haustiere und besondere Bedarfe einrechnen
Häufige Fragen zum Wasservorrat anlegen
Ja. Deutsches Leitungswasser erfüllt strenge Qualitätsstandards und eignet sich gut zur Bevorratung. In saubere, lebensmittelechte Behälter abfüllen, luftdicht verschließen und alle 6 bis 12 Monate erneuern. Das Abfülldatum auf dem Behälter notieren.
Trübung, Verfärbung, unangenehmer Geruch oder Schleimbildung im Behälter sind Zeichen, dass das Wasser nicht mehr trinkbar ist. Im Zweifelsfall das Wasser aufbereiten oder wegschütten und den Behälter gründlich reinigen. Klares Wasser ohne Geruch aus einem sauber gelagerten Behälter ist in aller Regel unbedenklich.
Regenwasser eignet sich nicht direkt als Trinkwasser ohne Aufbereitung. Es kann Schadstoffe, Keime und Schwermetalle enthalten, die vom Dach oder aus der Luft stammen. Mit einem geeigneten Filter und zusätzlicher Desinfektion kann es aber trinkbar gemacht werden. Als Brauchwasser für Toilettenspülung oder Körperhygiene ist es ohne Aufbereitung verwendbar.
Für einfaches Kochen (Nudeln, Reis, heißes Getränk) rechne mit 0,5 bis 1 Liter pro Person und Mahlzeit. Für Körperhygiene ohne fließendes Wasser (Waschen, Zähneputzen) genügen 0,5 bis 1 Liter pro Tag bei sparsamer Verwendung. Insgesamt solltest du mindestens 3 bis 4 Liter pro Person und Tag einplanen, wenn du alle Bedarfe abdecken willst.
Ja, originalverschlossene PET-Mineralwasserflaschen eignen sich gut. Sie sind lebensmittelecht, lichtundurchlässig (bei dunklen Flaschen) und bis zum aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum haltbar. Bei hellen, transparenten Flaschen dunkel lagern, um Algenwachstum zu verhindern. Geöffnete Flaschen innerhalb von 1 bis 2 Tagen verbrauchen.
