Licht

Wenn der Strom ausfällt, wird Licht zur Grundversorgung. Wer Notbeleuchtung in der Krisenvorsorge einplant, bleibt handlungsfähig – egal ob für wenige Stunden oder mehrere Tage.

Notbeleuchtung gehört zu den ersten Dingen, die im Krisenfall gebraucht werden. Sobald der Strom ausfällt, wird es in Wohnungen und Häusern schnell dunkel – besonders in den Abend- und Nachtstunden oder in fensterlosen Räumen. Wer dann keine Taschenlampe, keine aufgeladene Stirnlampe und keine Kerzen griffbereit hat, verliert sofort Orientierung und Handlungsfähigkeit. Notbeleuchtung in der Krisenvorsorge ist kein Luxus, sondern ein Grundbedarf. Dieser Beitrag zeigt, welche Lichtquellen sich für verschiedene Situationen eignen, worauf du beim Kauf achten solltest und wie du deine Beleuchtung sinnvoll organisierst. Denn auch Vault-Tec wusste: Im Dunkeln findet niemand den Notausgang.

Warum Licht in der Krisenvorsorge oft vergessen wird

Viele Menschen unterschätzen, wie dunkel es ohne künstliches Licht wirklich wird. Moderne Wohnungen haben kaum Fenster, die nachts genügend Licht hereinlassen. Treppenhäuser, Keller und Bäder sind ohne Strom komplett dunkel. Dazu kommt: Smartphone-Taschenlampen entleeren den Akku schnell und sind als Dauerlichtquelle ungeeignet. Eine durchdachte Notbeleuchtung sorgt dafür, dass du dich sicher bewegen, Erste Hilfe leisten und grundlegende Aufgaben erledigen kannst – auch nach Einbruch der Dunkelheit.

Die wichtigsten Lichtquellen im Überblick

LED-Taschenlampen

Die LED-Taschenlampe ist das Basiswerkzeug jeder Notbeleuchtung. Moderne Modelle leuchten mit 500 bis 1.000 Lumen sehr hell, sind robust und benötigen kaum Strom. Achte auf Modelle mit austauschbaren AA- oder AAA-Batterien – diese sind leicht zu bevorraten und im Notfall auch tauschbar. Wiederaufladbare Modelle mit USB-C-Eingang sind praktisch, setzen aber eine funktionierende Powerstation voraus.

  • Mindestens eine Taschenlampe pro Person im Haushalt
  • Zusätzlich eine größere Taschenlampe für gemeinsame Räume
  • Reservebatterien in ausreichender Menge bevorraten

Stirnlampen

Stirnlampen sind im Alltag oft unterschätzt, im Krisenfall aber das praktischste Lichtgerät. Sie lassen beide Hände frei – für Kochen, Erste Hilfe, Reparaturen oder das Tragen von Gegenständen. Für Familien mit Kindern sind sie besonders empfehlenswert, weil auch Kinder sie eigenständig nutzen können. Gute Modelle kosten zwischen 20 und 50 Euro und halten mit drei AAA-Batterien viele Stunden durch.

Laternen und Campingleuchten

Für die Beleuchtung ganzer Räume sind Laternen und Campingleuchten die bessere Wahl. Sie verteilen das Licht gleichmäßig und können aufgehängt oder auf den Tisch gestellt werden. Viele Modelle sind wiederaufladbar und lassen sich über USB laden. Achte auf eine Leuchtstunden-Angabe von mindestens 20 Stunden bei mittlerer Helligkeit.

Kerzen

Kerzen sind günstig, leicht zu lagern und erzeugen kein EMV-Problem. Sie eignen sich als Ergänzung, nicht als Hauptlichtquelle. Wichtig: Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen lassen und ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien einhalten. Teelichter in Glas oder stabile Kerzenhalter reduzieren das Brandrisiko. Für Haushalte mit Kindern oder Haustieren sind LED-Kerzen die sicherere Alternative.

Kurbellampen und Solarlampen

Kurbellampen lassen sich ohne jede externe Energiequelle betreiben – ein paar Minuten Kurbeln liefern ausreichend Licht für eine Stunde. Solarlampen laden tagsüber auf und leuchten nachts automatisch. Beide Varianten sind als Ergänzung sinnvoll, besonders wenn der Stromausfall länger andauert und Batterien zur Neige gehen.

Licht strategisch platzieren

Es genügt nicht, eine einzelne Taschenlampe irgendwo in einer Schublade zu haben. Verteile deine Notbeleuchtung so, dass du in jedem Raum schnell Zugriff hast. Das BBK empfiehlt, Taschenlampen an festen, leicht zugänglichen Orten aufzubewahren – zum Beispiel neben dem Bett, in der Küche und im Flur. Klebehalterungen für Taschenlampen sind eine einfache Möglichkeit, sie griffbereit zu montieren.

  • Neben dem Bett: Stirnlampe oder kleine Taschenlampe
  • Küche: Laterne oder Campingleuchte für freie Hände
  • Flur und Treppenhaus: helle Taschenlampe
  • Keller oder Abstellraum: zusätzliche Reserve

Batterien richtig bevorraten

Eine Taschenlampe ohne Batterien ist nutzlos. Bevorrate Batterien in den gängigen Größen AA und AAA – diese passen in die meisten Lampen, Radios und andere Notfallgeräte. Alkaline-Batterien haben eine Lagerdauer von bis zu zehn Jahren. Prüfe den Vorrat einmal jährlich und ersetze alte Batterien. Wiederaufladbare Akkus sind im Alltag ökonomischer, aber nur sinnvoll, wenn du sie regelmäßig lädst und eine Powerstation zur Verfügung hast.

Praktische Checkliste Notbeleuchtung

  • Mindestens eine LED-Taschenlampe pro Person
  • Eine Stirnlampe pro Person für freihändiges Arbeiten
  • Eine Laterne oder Campingleuchte für gemeinsame Räume
  • Kerzen und Streichhölzer als Ergänzung
  • Reservebatterien AA und AAA für mindestens 14 Tage
  • Kurbel- oder Solarlampe als batterieunabhängige Reserve
  • Feste Aufbewahrungsorte für alle Lichtquellen definieren

Häufige Fragen zur Notbeleuchtung

Für die Orientierung im Raum reichen 50 bis 100 Lumen. Für Lesen oder Arbeiten sind 200 bis 400 Lumen komfortabel. Eine helle Taschenlampe mit 500 bis 1.000 Lumen ist für den Außenbereich oder das Durchsuchen großer Räume sinnvoll. Wichtiger als die maximale Helligkeit ist die Akkulaufzeit bei mittlerer Stufe.

Kerzen eignen sich als Ergänzung, nicht als Hauptlichtquelle. Sie erzeugen offenes Feuer und dürfen nie unbeaufsichtigt brennen. In Haushalten mit Kindern oder Haustieren sind LED-Kerzen die sicherere Wahl. Als Vorrat sind Kerzen dennoch sinnvoll, weil sie günstig, leicht und jahrelang haltbar sind.

Das hängt stark vom Modell und der Helligkeitsstufe ab. Eine gute LED-Taschenlampe läuft auf mittlerer Stufe 10 bis 30 Stunden mit einem Satz AA-Batterien. Auf der niedrigsten Stufe sind teilweise über 100 Stunden möglich. Im Notfall immer zunächst die niedrigste ausreichende Stufe verwenden, um Batterien zu schonen.

Kurzfristig ja, dauerhaft nein. Die Taschenlampen-Funktion eines Smartphones verbraucht viel Akku und macht das Gerät für Kommunikation und Informationen unbrauchbar. Das Smartphone sollte im Krisenfall für Kommunikation reserviert bleiben. Dedizierte Taschenlampen sind die bessere Wahl für Licht.

Batterien kühl, trocken und dunkel lagern – ideale Temperaturen liegen zwischen 10 und 25 Grad Celsius. Nicht im Kühlschrank lagern, da Kondensation die Kontakte beschädigen kann. Alkaline-Batterien halten unter guten Bedingungen bis zu zehn Jahre. Den Vorrat einmal jährlich prüfen und ablaufende Batterien im Alltag verbrauchen.

Quellen