Cyberangriff Krisenvorsorge ist in einer zunehmend digitalisierten Welt ein Thema, das nicht mehr nur IT-Spezialisten betrifft. Angriffe auf kritische Infrastruktur – Stromnetze, Wasserversorgung, Krankenhaussysteme, Bankennetzwerke – können physische Auswirkungen haben, die denen eines Blackouts ähneln. Das BSI stuft die Bedrohungslage als hoch ein. Für den Fall, dass ein Cyberangriff zur Evakuierung führt, bietet unser Beitrag zur Evakuierung im Krisenfall alle wichtigen Informationen.
Wie wirken Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur?
Moderne Infrastruktur – Strom, Wasser, Gas, Telekommunikation – ist durch computergestützte Steuerungssysteme vernetzt. Ein erfolgreicher Cyberangriff auf diese Systeme kann Kraftwerke abschalten, Wasseraufbereitung manipulieren, Bahnsysteme blockieren oder Krankenhaussysteme lahmlegen. Berühmte Beispiele: der Angriff auf das ukrainische Stromnetz 2015 und 2016, der Angriff auf Colonial Pipeline in den USA 2021.
Auswirkungen für Privatpersonen
- Stromausfall durch Angriff auf Umspannwerke oder Netzsteuerung
- Ausfall von Zahlungssystemen und Bankdienstleistungen
- Eingeschränkte Kommunikation durch Angriffe auf Telekommunikationsinfrastruktur
- Ausfall von Krankenhaus-IT-Systemen und medizinischer Versorgung
- Desinformation durch Manipulation von Nachrichten und sozialen Medien
Persönlicher digitaler Schutz
- Starke, einzigartige Passwörter für alle Konten und ein Passwortmanager
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für alle wichtigen Konten aktivieren
- Betriebssystem, Apps und Router-Firmware regelmäßig aktualisieren
- Wichtige Daten lokal sichern (externe Festplatte) – nicht nur in der Cloud
- Vorsicht bei unbekannten E-Mail-Anhängen und Links (Phishing)
- Router-Standardpasswort ändern und WLAN-Netzwerk sichern
Vorbereitung auf Infrastrukturausfall durch Cyberangriff
Die Vorbereitung auf einen cyberinduzierte Infrastrukturausfall überschneidet sich stark mit der allgemeinen Blackout-Vorsorge: Wasservorrat, Lebensmittelvorrat, alternative Energieversorgung, Bargeld und analoge Kommunikationsmittel. Zusätzlich relevant:
- Wichtige Dokumente und Kontodaten auf Papier sichern
- Offlinekopien wichtiger Informationen (Karten, Notrufnummern)
- Batterieradio für offizielle Warnungen, die unabhängig vom Internet sind
- Bargeld, da Zahlungssysteme möglicherweise ausfallen
Desinformation: die unsichtbare Waffe
Cyberangriffe werden oft von Desinformationskampagnen begleitet. Im Krisenfall: ausschließlich offizielle Quellen nutzen (Radio, Behörden-Websites, NINA-App) und keine ungeprüften Informationen weiterverbreiten.
Praktische Checkliste Cyberangriff
- Passwortmanager und 2FA für alle wichtigen Konten
- Lokale Datensicherung auf externer Festplatte
- Wichtige Dokumente auf Papier gesichert
- Bargeld zu Hause (Zahlungssysteme können ausfallen)
- Blackout-Vorsorge deckt auch Cyberangriff ab
- Nur offizielle Informationsquellen im Krisenfall nutzen
Häufige Fragen zum Cyberangriff in der Krisenvorsorge
Ja, das ist belegt. In der Ukraine wurden 2015 und 2016 durch koordinierte Cyberangriffe Teile des Stromnetzes abgeschaltet. Das BSI bewertet Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur als eine der größten aktuellen Bedrohungen.
Zeichen eines persönlichen Cyberangriffs: unbekannte Transaktionen auf dem Konto, Zugang zu E-Mail oder Konten funktioniert nicht mehr, unbekannte Programme laufen auf dem Computer. Bei Verdacht: Passwort sofort ändern, Bank informieren, Gerät vom Netz trennen.
Ransomware verschlüsselt Daten und fordert Lösegeld für die Freigabe. In Krankenhäusern bedeutet das: Patientendaten, Behandlungspläne und medizinische Geräte können nicht mehr abgerufen werden. Das Universitätsklinikum Düsseldorf 2020 ist ein bekanntes Beispiel aus Deutschland.
Router-Standardpasswort sofort ändern. WLAN mit WPA3 oder WPA2 verschlüsseln. Firmware des Routers regelmäßig aktualisieren. Gastnetzwerk für Besucher und IoT-Geräte einrichten. Nicht benötigte Funktionen (Remote-Zugriff, UPnP) deaktivieren.
Kaum. Wer für einen Blackout vorbereitet ist, ist auch auf einen cyberverursachten Infrastrukturausfall vorbereitet. Zusätzlich relevant für Cyberangriffe: persönliche IT-Sicherheit, Datensicherung auf lokalen Medien und Misstrauen gegenüber Desinformation.