CB-Funk, PMR, Notfunk-Protokolle

CB-Funk in der Krisenvorsorge ermöglicht Kommunikation ohne Mobilfunknetz. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede zwischen CB, PMR und Amateurfunk und zeigt die wichtigsten Notfunkfrequenzen.

CB-Funk in der Krisenvorsorge bietet eine der wenigen Kommunikationsmöglichkeiten, die vollständig unabhängig von Mobilfunknetzen, Internet und zentraler Infrastruktur funktioniert. Während Smartphones im Blackout schnell verstummen, sendet und empfängt ein Funkgerät so lange, wie Strom für den Betrieb vorhanden ist. CB-Funk, PMR-Funk und der lizenzpflichtige Amateurfunk bilden zusammen ein robustes Kommunikationssystem für den Krisenfall. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede, zeigt welche Option für wen geeignet ist und gibt einen Überblick über die wichtigsten Notfunkprotokolle und -frequenzen in Deutschland.

CB-Funk: Die lizenzfreie Option

CB-Funk (Citizen Band) ist in Deutschland ohne Lizenz erlaubt und nutzt das 27-MHz-Band mit 40 Kanälen. Die Reichweite beträgt im Freien 5 bis 15 Kilometer, in bebautem Gelände weniger. CB-Funk ist robust, günstig und bewährt – er wurde ursprünglich für den Fernfahrerfunk entwickelt und ist seit Jahrzehnten im Einsatz. Notfallkanal im CB-Funk ist Kanal 9. Ein CB-Gerät fürs Auto oder ein Handfunkgerät ergänzt das Kommunikationsset sinnvoll.

PMR-Funk: Kurze Distanzen, einfache Bedienung

PMR446 (Private Mobile Radio) ist der Standard für lizenzfreie Handfunkgeräte im 446-MHz-Band. PMR-Walkie-Talkies sind günstig, kompakt und ohne Vorkenntnisse bedienbar. Die Reichweite beträgt im Freien bis zu 5 Kilometer, in der Stadt 500 Meter bis 2 Kilometer. PMR eignet sich für die Kommunikation innerhalb der Familie, im Haus oder in der unmittelbaren Nachbarschaft. Geräte verschiedener Hersteller sind miteinander kompatibel, sofern sie PMR446 unterstützen.

Amateurfunk: Weltweite Reichweite mit Lizenz

Der Amateurfunk erfordert eine staatliche Prüfung (Klasse E oder A bei der Bundesnetzagentur), bietet dafür aber enormen Mehrwert: weltweite Reichweite, Zugang zu organisierten Notfunknetzen (DARC Notfunk, IARU Emergency Communications) und die Möglichkeit, auch bei komplettem Infrastrukturausfall Nachrichten über Relaisstationen oder Kurzwelle weiterzuleiten. Der Amateurfunk ist das Kommunikationsmittel der Wahl für ernsthaft Vorbereitete. Die Prüfung ist mit entsprechender Vorbereitung gut zu bestehen.

Wichtige Notfunkfrequenzen und -protokolle

  • CB-Funk Notfallkanal: Kanal 9 (27.065 MHz)
  • CB-Funk Anrufkanal: Kanal 19 (27.185 MHz, international gängig)
  • PMR446 Notfallkanal: Kanal 8 (446.09375 MHz)
  • Amateurfunk UKW Anruffrequenz: 145.500 MHz (2m-Band)
  • DARC Notfunk: regionale Koordination über DARC-Ortsverbände
  • Internationaler Notfallruf: MAYDAY (Lebensgefahr), PAN-PAN (dringende Situation)

Notfunkprotokolle kennen und üben

Ein Notfunkruf folgt einem klaren Protokoll, damit er sofort erkannt und bearbeitet werden kann. Für CB- und PMR-Funk gilt: Name und Standort nennen, Situation beschreiben, benötigte Hilfe angeben und auf Antwort warten. Im Amateurfunk gibt es formalisierte Protokolle für Notfunk und Katastrophenschutz. Wichtig: Notfallfrequenzen nicht für Routinekommunikation nutzen und vor dem Senden immer erst hören, ob die Frequenz frei ist.

Praktische Checkliste CB-Funk und PMR

  • Mindestens zwei PMR-Walkie-Talkies für die Haushaltskommunikation
  • CB-Gerät für größere Reichweiten (Auto oder Handfunk)
  • Notfallkanäle kennen und markieren (CB Kanal 9, PMR Kanal 8)
  • Ausreichend Batterien oder Akkus für alle Geräte
  • Notfunkprotokoll kennen und mit der Familie üben
  • Amateurfunklizenz anstreben für maximale Kommunikationsfähigkeit

Häufige Fragen zu CB-Funk und Notfunkprotokollen

Nein. CB-Funk ist in Deutschland seit 2019 vollständig lizenzfrei und genehmigungsfrei. Jeder darf CB-Funkgeräte kaufen und betreiben, sofern sie für den deutschen Markt zugelassen sind (CE-Kennzeichnung). Maximale Sendeleistung: 4 Watt AM/FM.

CB-Funk nutzt das 27-MHz-Band, hat größere Reichweite und eignet sich für mobile Anwendungen im Auto. PMR446 nutzt das 446-MHz-Band, ist kompakter und einfacher zu bedienen, hat aber weniger Reichweite. Für Haushalt und Nahbereich ist PMR besser, für größere Distanzen und mobile Nutzung CB-Funk. Beide sind lizenzfrei.

Die Einstiegsklasse E (Europa) ist mit 2 bis 4 Monaten Vorbereitung gut zu schaffen. Der Fragenkatalog der Bundesnetzagentur ist öffentlich verfügbar und kann online geübt werden. Viele Amateurfunkclubs (DARC) bieten Vorbereitungskurse an. Die Prüfung kostet 80 Euro und kann bei der Bundesnetzagentur abgelegt werden.

Nein. Behörden und Rettungsdienste nutzen den digitalen BOS-Funk (TETRA), der für Privatpersonen nicht zugänglich ist. PMR und CB-Funk sind ausschließlich für die private Kommunikation. Im Notfall Notruf 112 über Mobilfunk oder Festnetz wählen, solange das Netz noch funktioniert.

Für den Einstieg empfehlen sich kompakte Handfunkgeräte wie der Alan 42 Multi oder der Midland Alan 48. Für den Fahrzeugeinsatz ist ein Mobilgerät wie der President McKinley eine gute Wahl. Auf CE-Zulassung achten, den Lieferumfang mit Antenne prüfen und vor dem Kauf Bewertungen vergleichen.

Quellen